\n
Health & Wellness

Papst Leo XIV. vor Operation: Was ein Knoten in der Lunge bedeuten kann

Papst Leo XIV. hat einen Knoten in seiner Lunge öffentlich gemacht und eine baldige Operation angekündigt. Hinter solchen Befunden können harmlose Veränderungen stecken, aber auch Krebs.

Papst Leo XIV. muss operiert werden Knoten in der Lunge können viele Ursachen haben

Papst Leo XIV. hat einen Knoten in seiner Lunge öffentlich gemacht und eine baldige Operation angekündigt. Hinter solchen Befunden können harmlose Veränderungen stecken, aber auch Krebs.

Papst Leo XIV. wird sich in den kommenden Tagen einem Eingriff an der Lunge unterziehen. Das kündigte der 71-Jährige bei seinem Sonntagsgebet auf dem Petersplatz an. Ärzte hätten bei ihm "einen Knoten in der Lunge" gefunden, der sich "im Anfangsstadium befindet und gut lokalisiert ist", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Auf ärztlichen Rat hin wolle er den Knoten entfernen lassen.

Nach Angaben aus dem Vatikan soll der Eingriff in der Gemelli-Klinik in Rom stattfinden. Anschließend brauche der Papst etwa eine Woche Erholung, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Nähere Angaben zur Art des Knotens machte der Papst nicht. Deshalb lässt sich aus seiner Mitteilung nicht ableiten, ob gutartiges Gewebe, eine Krebsvorstufe oder ein bösartiger Tumor vorliegt. Denn es gibt viele mögliche Ursachen für einen Lungenknoten.

Was Ärzte unter einem Lungenknoten verstehen

Ein Lungenknoten bezeichnet einen kleinen, auffälligen Bereich im Lungengewebe. Auf einem Röntgenbild oder einer Computertomografie (CT) hebt er sich vom umliegenden Gewebe ab. Der Befund allein sagt zunächst nichts über die Ursache aus.

Lungenknoten kommen häufig vor. Nach Angaben der Cleveland Clinic entdecken Radiologen sie bei fast jeder dritten CT-Untersuchung des Brustkorbs. Meist handelt es sich nicht um Krebs. Da kleine Knoten nur selten Beschwerden verursachen, finden Ärzte sie häufig zufällig bei Untersuchungen aus einem anderen Anlass.

Zu den häufigsten Ursachen für Knoten in der Lunge gehören etwa:

Infektionen: Zu den häufigsten gutartigen Ursachen zählen sogenannte Granulome. Dabei sammeln sich Abwehrzellen in kleinen Gruppen im Lungengewebe. Solche Veränderungen können nach Pilzinfektionen oder anderen Infektionen der Lunge entstehen, darunter Tuberkulose.

Autoimmunerkrankungen: Auch Autoimmunerkrankungen können Granulome hervorrufen. Bei diesen Krankheiten richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe. Mögliche Auslöser sind etwa rheumatoide Arthritis und Sarkoidose.

Vernarbung: Zudem können Narben im Lungengewebe wie Knoten aussehen. Fachleute nennen eine solche Vernarbung Fibrose. Rauchen, eingeatmete Reizstoffe und Chemikalien gehören zu den möglichen Ursachen.

Gutartige Tumore: Auch gutartige Tumore kommen als Ursache infrage. Dazu zählen sogenannte Hamartome, die überall im Körper auftreten können und bei denen körpereigenes Gewebe ungeordnet wächst. Adenome wiederum entstehen aus Zellen, die Drüsen oder Organe auskleiden. Diese Veränderungen bilden keine Metastasen, können je nach Größe und Lage aber eine Behandlung erfordern.

Wann auch Krebs dahinterstecken kann

Ein Lungenknoten kann ebenfalls auf Lungenkrebs hinweisen. Auch Metastasen kommen infrage, also Absiedlungen eines Tumors aus einem anderen Organ. Zudem nennt die Cleveland Clinic die sogenannte atypische adenomatöse Hyperplasie als mögliche Ursache. Bei dieser Veränderung vermehren sich bestimmte Zellen im Lungengewebe ungewöhnlich. Daraus kann sich Krebs entwickeln.

Warnsignale ernst nehmen: Lungenkrebs – auf welche Symptome man achten sollte

Der Ausdruck "Anfangsstadium", den Papst Leo verwendete, erlaubt keine genauere Einordnung. Wie die dpa erläutert, teilen Ärzte einen einzelnen Lungenknoten üblicherweise nicht in Stadien ein. Stadien beschreiben vielmehr eine bereits diagnostizierte Krankheit wie Krebs.

Aber möglicherweise meinte der Papst damit lediglich, dass Ärzte den Befund früh entdeckt haben oder der Knoten klein ist. Was der Knoten bei ihm konkret bedeutet, können nur seine behandelnden Ärzte und die Untersuchung des entfernten Gewebes klären.

Was geschieht nach dem Fund eines Lungenknotens?

Ärzte richten das weitere Vorgehen nach der Größe des Knotens und der Krankengeschichte des Betroffenen. Weitere CT-Aufnahmen, eine PET-Untersuchung, Bluttests oder eine Gewebeprobe (Biopsie) können helfen, die Ursache zu klären. Eine PET macht Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar und liefert dadurch zusätzliche Hinweise.

Kleine, gutartige Knoten benötigen meist keine Behandlung. Bei einer Infektion können Antibiotika oder Medikamente gegen Pilze helfen. Häufig kontrollieren Ärzte den Knoten zunächst über einen längeren Zeitraum. Bleibt er zwei Jahre lang unverändert, spricht das eher gegen Krebs. Wächst der Knoten oder verursacht er Beschwerden – unabhängig davon, ob er gutartig oder bösartig ist –, kann eine Operation nötig sein.

Warnsignale ernst nehmen: Lungenkrebs: Auf welche Symptome Sie achten sollten

Wann zum Arzt?: Lungenentzündung: Diese Warnzeichen übersehen viele Senioren

China gibt der WHO Rätsel auf: Was die Ursache der Lungenerkrankung sein könnte

Auch bei frühen Stadien von Lungenkrebs, wenn der Tumor eine bestimmte Größe noch nicht überschritten und nicht gestreut hat, wird häufig eine Operation durchgeführt.

clevelandclinic.org: "Pulmonary Nodules". (Stand: November 2024; englisch)

clevelandclinic.org: "Adenomas". (Stand: Dezember 2024; englisch)

clevelandclinic.org: "Hamartoma". (Stand: August 2025; englisch)

onko-portal.de: "Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs im Einzelnen"

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

Antibiotika vor oder nach dem Essen?

BMI-Rechner für Kinder & Jugendliche

Untersuchungen & Behnadlungen von A-Z

Papst Leo XIV. muss operiert werden Knoten in der Lunge können viele Ursachen haben

Papst Leo XIV. hat einen Knoten in seiner Lunge öffentlich gemacht und eine baldige Operation angekündigt. Hinter solchen Befunden können harmlose Veränderungen stecken, aber auch Krebs.

Papst Leo XIV. wird sich in den kommenden Tagen einem Eingriff an der Lunge unterziehen. Das kündigte der 71-Jährige bei seinem Sonntagsgebet auf dem Petersplatz an. Ärzte hätten bei ihm "einen Knoten in der Lunge" gefunden, der sich "im Anfangsstadium befindet und gut lokalisiert ist", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Auf ärztlichen Rat hin wolle er den Knoten entfernen lassen.

Nach Angaben aus dem Vatikan soll der Eingriff in der Gemelli-Klinik in Rom stattfinden. Anschließend brauche der Papst etwa eine Woche Erholung, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Nähere Angaben zur Art des Knotens machte der Papst nicht. Deshalb lässt sich aus seiner Mitteilung nicht ableiten, ob gutartiges Gewebe, eine Krebsvorstufe oder ein bösartiger Tumor vorliegt. Denn es gibt viele mögliche Ursachen für einen Lungenknoten.

Was Ärzte unter einem Lungenknoten verstehen

Ein Lungenknoten bezeichnet einen kleinen, auffälligen Bereich im Lungengewebe. Auf einem Röntgenbild oder einer Computertomografie (CT) hebt er sich vom umliegenden Gewebe ab. Der Befund allein sagt zunächst nichts über die Ursache aus.

Lungenknoten kommen häufig vor. Nach Angaben der Cleveland Clinic entdecken Radiologen sie bei fast jeder dritten CT-Untersuchung des Brustkorbs. Meist handelt es sich nicht um Krebs. Da kleine Knoten nur selten Beschwerden verursachen, finden Ärzte sie häufig zufällig bei Untersuchungen aus einem anderen Anlass.

Zu den häufigsten Ursachen für Knoten in der Lunge gehören etwa:

Infektionen: Zu den häufigsten gutartigen Ursachen zählen sogenannte Granulome. Dabei sammeln sich Abwehrzellen in kleinen Gruppen im Lungengewebe. Solche Veränderungen können nach Pilzinfektionen oder anderen Infektionen der Lunge entstehen, darunter Tuberkulose.

Autoimmunerkrankungen: Auch Autoimmunerkrankungen können Granulome hervorrufen. Bei diesen Krankheiten richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe. Mögliche Auslöser sind etwa rheumatoide Arthritis und Sarkoidose.

Vernarbung: Zudem können Narben im Lungengewebe wie Knoten aussehen. Fachleute nennen eine solche Vernarbung Fibrose. Rauchen, eingeatmete Reizstoffe und Chemikalien gehören zu den möglichen Ursachen.

Gutartige Tumore: Auch gutartige Tumore kommen als Ursache infrage. Dazu zählen sogenannte Hamartome, die überall im Körper auftreten können und bei denen körpereigenes Gewebe ungeordnet wächst. Adenome wiederum entstehen aus Zellen, die Drüsen oder Organe auskleiden. Diese Veränderungen bilden keine Metastasen, können je nach Größe und Lage aber eine Behandlung erfordern.

Wann auch Krebs dahinterstecken kann

Ein Lungenknoten kann ebenfalls auf Lungenkrebs hinweisen. Auch Metastasen kommen infrage, also Absiedlungen eines Tumors aus einem anderen Organ. Zudem nennt die Cleveland Clinic die sogenannte atypische adenomatöse Hyperplasie als mögliche Ursache. Bei dieser Veränderung vermehren sich bestimmte Zellen im Lungengewebe ungewöhnlich. Daraus kann sich Krebs entwickeln.

Warnsignale ernst nehmen: Lungenkrebs – auf welche Symptome man achten sollte

Der Ausdruck "Anfangsstadium", den Papst Leo verwendete, erlaubt keine genauere Einordnung. Wie die dpa erläutert, teilen Ärzte einen einzelnen Lungenknoten üblicherweise nicht in Stadien ein. Stadien beschreiben vielmehr eine bereits diagnostizierte Krankheit wie Krebs.

Aber möglicherweise meinte der Papst damit lediglich, dass Ärzte den Befund früh entdeckt haben oder der Knoten klein ist. Was der Knoten bei ihm konkret bedeutet, können nur seine behandelnden Ärzte und die Untersuchung des entfernten Gewebes klären.

Was geschieht nach dem Fund eines Lungenknotens?

Ärzte richten das weitere Vorgehen nach der Größe des Knotens und der Krankengeschichte des Betroffenen. Weitere CT-Aufnahmen, eine PET-Untersuchung, Bluttests oder eine Gewebeprobe (Biopsie) können helfen, die Ursache zu klären. Eine PET macht Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar und liefert dadurch zusätzliche Hinweise.

Kleine, gutartige Knoten benötigen meist keine Behandlung. Bei einer Infektion können Antibiotika oder Medikamente gegen Pilze helfen. Häufig kontrollieren Ärzte den Knoten zunächst über einen längeren Zeitraum. Bleibt er zwei Jahre lang unverändert, spricht das eher gegen Krebs. Wächst der Knoten oder verursacht er Beschwerden – unabhängig davon, ob er gutartig oder bösartig ist –, kann eine Operation nötig sein.

Warnsignale ernst nehmen: Lungenkrebs: Auf welche Symptome Sie achten sollten

Wann zum Arzt?: Lungenentzündung: Diese Warnzeichen übersehen viele Senioren

China gibt der WHO Rätsel auf: Was die Ursache der Lungenerkrankung sein könnte

Auch bei frühen Stadien von Lungenkrebs, wenn der Tumor eine bestimmte Größe noch nicht überschritten und nicht gestreut hat, wird häufig eine Operation durchgeführt.

clevelandclinic.org: "Pulmonary Nodules". (Stand: November 2024; englisch)

clevelandclinic.org: "Adenomas". (Stand: Dezember 2024; englisch)

clevelandclinic.org: "Hamartoma". (Stand: August 2025; englisch)

onko-portal.de: "Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs im Einzelnen"

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

Antibiotika vor oder nach dem Essen?

BMI-Rechner für Kinder & Jugendliche

Untersuchungen & Behnadlungen von A-Z

Bildrechte: Lynn Zimmermann

Quelle: t-online Gesundheit · Originalartikel

What's your reaction?