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Kuriose Meldungen

Wetter in Deutschland: Oktober-Prognose – erster Schnee wohl realistisch

Ein Blockadehoch bringt Deutschland ungewöhnlich warm in den Oktober. Meteorologen sehen ab Mitte des Monats Signale für einen markanten Umschwung des Wetters. Die Rede ist sogar vom ersten möglichen Schnee – oder Schneeflocken.

Blockadehoch bringt 25 Grad – doch dann kippt es "Erste Flocken oder Graupel sind realistisch"

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Ein Blockadehoch bringt Deutschland ungewöhnlich warm in den Oktober. Meteorologen sehen ab Mitte des Monats Signale für einen markanten Umschwung des Wetters. Die Rede ist sogar vom ersten möglichen Schnee – oder Schneeflocken.

Der neue Monat startet in Deutschland ungewöhnlich warm. Der Grund: "Ein sehr kräftiges Blockadehoch über Mittel- und Nordeuropa bestimmt derzeit unser Wetter", erklärt Meteorologe Dominik Jung für t-online. Dieses Hoch hält Regenfronten vom Atlantik auf Abstand. "Es lenkt die atlantischen Tiefdruckgebiete weit nach Norden um und sorgt für den ungewöhnlich warmen Start in den Oktober", so der Wetterexperte.

Besonders im Südwesten Deutschlands kann das Wetter sommerlich werden: Am Oberrhein, in der Pfalz und im Breisgau sind in den ersten Oktobertagen Temperaturen bis zu 24 Grad möglich, so die Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Auch im Raum von Leipzig könnten noch einmal 25 Grad erreicht werden.

Die Chancen stehen gut, dass die erste Monatsdekade von diesem Hoch geprägt wird. "Nach den aktuellen Berechnungen dürfte es etwa bis zum 10. Oktober weitgehend das Kommando behalten", prognostiziert Jung. Danach mehrten sich die Signale für eine herbstlichere, kühlere Phase. "Ab Mitte Oktober deuten immer mehr Modellläufe an, dass das Hoch an Kraft verliert oder sich zurückzieht."

So kann sich das Wetter ab Mitte Oktober entwickeln

Derzeit seien zwei Entwicklungen denkbar, erläutert der Meteorologe: Entweder finden Tiefdruckgebiete vom Atlantik dann wieder den Weg nach Mitteleuropa. Oder ein Höhentrog stößt von Skandinavien nach Süden vor und lenkt deutlich kältere Luft nach Deutschland. Beide Varianten würden das bisherige Hochdruckwetter beenden – wobei das zweite Szenario deutlich kälteres Wetter bedeuten würde.

"Das ist nicht normal": Wetterexperte zeigt sich von Prognose beunruhigt

Wie schnell die Wetterumstellung sich vollziehen wird, ist offen. "Die Unsicherheit ist ehrlich gesagt noch groß", sagt Jung. Die Tendenz zu einer Umstellung sei erkennbar, die Wettermodelle seien sich in Zeitpunkt und Ausprägung aber keineswegs einig. "Einige Berechnungen halten das Hoch deutlich länger über Mitteleuropa und würden uns einen langen goldenen Oktober bescheren, andere bringen den Kaltlufteinbruch schon um den 12. oder 13. Oktober." Eine Verschiebung um mehrere Tage oder um eine Woche sei möglich.

Seine Erfahrung zeige jedoch: "Solche Blockadehochs sind oft zäher, als die Modelle es zunächst berechnen. Seriös kann man für Mitte Oktober heute nur von einer Wahrscheinlichkeit für eine herbstlichere Wetterphase sprechen, nicht von einem feststehenden Wettersturz."

Wetterprognose: 10 bis 15 Grad innerhalb weniger Tage weniger

Wenn die Wetterlage aber kippt, könnten die Temperaturen innerhalb weniger Tage stark zurückgehen. Nach der vorliegenden Oktoberprognose wären dann statt 23 bis 25 Grad nur noch 10 bis 15 Grad möglich. Bei Dauerregen könnte es sogar noch kühler werden. Der Temperaturunterschied könnte also 10 bis 15 Grad betragen, so eine Auswertung des Wetterdienstes Meteored.

Ungewöhnliche Wende: Wetterprognosen für Oktober verheißen große Überraschung

"Das passiert immer dann, wenn eine Kaltfront durchzieht und der Wind von Süd bzw. Südwest auf Nord bzw. Nordwest dreht", erläutert Jung. "Dann fließt statt warmer Luft aus Südeuropa plötzlich Meeresluft aus dem Nordmeer ein. Hinzu kommen Wolken und Regen, die die ohnehin schon schwache Oktobersonne ausbremsen."

Jung warnt jedoch vor einer überzogenen Deutung. "Für Mitte Oktober sind Höchstwerte um 13 bis 15 Grad ganz normal", sagt er t-online. Ein großer Teil des möglichen Temperatursturzes wäre demnach keine außergewöhnliche Kälte, sondern die Rückkehr zu jahreszeitlich üblichen Werten nach einem ungewöhnlich warmen Monatsbeginn.

Wind, Frost und erste Flocken werden möglich

Mit der kühleren Luft steigt in der zweiten Oktoberhälfte den aktuellen Wetterprognosen zufolge auch die Gefahr von Bodenfrost und erstem Nachtfrost. Das gilt besonders für den Osten und Süden Deutschlands. Auch Schnee kann in höheren Lagen zum Thema werden – allerdings begrenzt.

"Wenn der Kaltluftvorstoß aus Norden tatsächlich so kommt, sind in den höchsten Lagen, also etwa oberhalb von 1.000 Metern, erste Flocken oder Graupel durchaus realistisch", so der Meteorologe Jung. Denkbar sei das etwa auf dem Feldberg, dem Fichtelberg, dem Brocken oder dem Großen Arber. Er schränkt aber ein: Es gehe eher um einzelne Schneeschauer oder "allenfalls einen kurzen weißen Hauch", nicht um eine geschlossene Schneedecke. In den Alpen sei Neuschnee deutlich wahrscheinlicher. In tieferen Lagen sei Schnee bis auf Weiteres kein Thema.

Jung weist aber auf ein anderes besonderes Risiko hin: Viele Bäume trügen im Oktober noch Laub und seien nach dem trockenen Sommer vorgeschädigt. "Da können schon Sturmböen, die im Winter kaum jemand beachten würde, zu Astbruch und umstürzenden Bäumen führen."

Anwohner schikanieren Urlauber: Hüttenwirte greifen zu radikaler Lösung

"Ich bin fassungslos": Preisexplosion – Russen sollen sich eindecken

Protestaktion nach Strafe für Kollegen: Wiesn-Kellner lassen Zapfhahn ruhen

Wetter in Deutschland: Oktober bleibt vorerst zu trocken

Die Trockenheit bleibt auch zu Beginn des Oktobers ein Problem. Der dringend benötigte Regen dürfte noch bis zum 10. Oktober vielerorts ausbleiben. Die Böden sind vielerorts ausgetrocknet, kleinere Bäche führen kaum Wasser.

Beim Regen zeichnet sich ab Mitte Oktober ein Unterschied zwischen Nord und Süd ab: Der Süden könnte in der zweiten Oktoberhälfte spürbar Nachschub bekommen, während es im Norden eher weiter zu trocken bleibt. Auch hier gilt aber: Die genaue Entwicklung hängt davon ab, wann das Blockadehoch nachgibt und welche Strömung sich danach durchsetzt.

Auskünfte des Meteorologen Dominik Jung für t-online

daswetter.com: "Wetterforscher sagt Oktober-Wende voraus: „Erst Sommer, dann Frost-Schock!" So brutal kippt das Wetter"

charts.ecmwf.int: "2 m temperature and 30 m wind" (Englisch)

charts.ecmwf.int: "500 hPa geopotential and 850 hPa temperature" (Englisch)

charts.ecmwf.int: "Clouds" (Englisch)

dwd.de: "10-Tage-Vorhersage für Deutschland"

charts.ecmwf.int: "Precipitation type" (Englisch)

charts.ecmwf.int: "2 m temperature deviation / anomaly, last 24 hours" (Englisch)

Deutscher Wetterdienst: Infos und Warnungen des DWD

Blockadehoch bringt 25 Grad – doch dann kippt es "Erste Flocken oder Graupel sind realistisch"

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Ein Blockadehoch bringt Deutschland ungewöhnlich warm in den Oktober. Meteorologen sehen ab Mitte des Monats Signale für einen markanten Umschwung des Wetters. Die Rede ist sogar vom ersten möglichen Schnee – oder Schneeflocken.

Der neue Monat startet in Deutschland ungewöhnlich warm. Der Grund: "Ein sehr kräftiges Blockadehoch über Mittel- und Nordeuropa bestimmt derzeit unser Wetter", erklärt Meteorologe Dominik Jung für t-online. Dieses Hoch hält Regenfronten vom Atlantik auf Abstand. "Es lenkt die atlantischen Tiefdruckgebiete weit nach Norden um und sorgt für den ungewöhnlich warmen Start in den Oktober", so der Wetterexperte.

Besonders im Südwesten Deutschlands kann das Wetter sommerlich werden: Am Oberrhein, in der Pfalz und im Breisgau sind in den ersten Oktobertagen Temperaturen bis zu 24 Grad möglich, so die Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Auch im Raum von Leipzig könnten noch einmal 25 Grad erreicht werden.

Die Chancen stehen gut, dass die erste Monatsdekade von diesem Hoch geprägt wird. "Nach den aktuellen Berechnungen dürfte es etwa bis zum 10. Oktober weitgehend das Kommando behalten", prognostiziert Jung. Danach mehrten sich die Signale für eine herbstlichere, kühlere Phase. "Ab Mitte Oktober deuten immer mehr Modellläufe an, dass das Hoch an Kraft verliert oder sich zurückzieht."

So kann sich das Wetter ab Mitte Oktober entwickeln

Derzeit seien zwei Entwicklungen denkbar, erläutert der Meteorologe: Entweder finden Tiefdruckgebiete vom Atlantik dann wieder den Weg nach Mitteleuropa. Oder ein Höhentrog stößt von Skandinavien nach Süden vor und lenkt deutlich kältere Luft nach Deutschland. Beide Varianten würden das bisherige Hochdruckwetter beenden – wobei das zweite Szenario deutlich kälteres Wetter bedeuten würde.

"Das ist nicht normal": Wetterexperte zeigt sich von Prognose beunruhigt

Wie schnell die Wetterumstellung sich vollziehen wird, ist offen. "Die Unsicherheit ist ehrlich gesagt noch groß", sagt Jung. Die Tendenz zu einer Umstellung sei erkennbar, die Wettermodelle seien sich in Zeitpunkt und Ausprägung aber keineswegs einig. "Einige Berechnungen halten das Hoch deutlich länger über Mitteleuropa und würden uns einen langen goldenen Oktober bescheren, andere bringen den Kaltlufteinbruch schon um den 12. oder 13. Oktober." Eine Verschiebung um mehrere Tage oder um eine Woche sei möglich.

Seine Erfahrung zeige jedoch: "Solche Blockadehochs sind oft zäher, als die Modelle es zunächst berechnen. Seriös kann man für Mitte Oktober heute nur von einer Wahrscheinlichkeit für eine herbstlichere Wetterphase sprechen, nicht von einem feststehenden Wettersturz."

Wetterprognose: 10 bis 15 Grad innerhalb weniger Tage weniger

Wenn die Wetterlage aber kippt, könnten die Temperaturen innerhalb weniger Tage stark zurückgehen. Nach der vorliegenden Oktoberprognose wären dann statt 23 bis 25 Grad nur noch 10 bis 15 Grad möglich. Bei Dauerregen könnte es sogar noch kühler werden. Der Temperaturunterschied könnte also 10 bis 15 Grad betragen, so eine Auswertung des Wetterdienstes Meteored.

Ungewöhnliche Wende: Wetterprognosen für Oktober verheißen große Überraschung

"Das passiert immer dann, wenn eine Kaltfront durchzieht und der Wind von Süd bzw. Südwest auf Nord bzw. Nordwest dreht", erläutert Jung. "Dann fließt statt warmer Luft aus Südeuropa plötzlich Meeresluft aus dem Nordmeer ein. Hinzu kommen Wolken und Regen, die die ohnehin schon schwache Oktobersonne ausbremsen."

Jung warnt jedoch vor einer überzogenen Deutung. "Für Mitte Oktober sind Höchstwerte um 13 bis 15 Grad ganz normal", sagt er t-online. Ein großer Teil des möglichen Temperatursturzes wäre demnach keine außergewöhnliche Kälte, sondern die Rückkehr zu jahreszeitlich üblichen Werten nach einem ungewöhnlich warmen Monatsbeginn.

Wind, Frost und erste Flocken werden möglich

Mit der kühleren Luft steigt in der zweiten Oktoberhälfte den aktuellen Wetterprognosen zufolge auch die Gefahr von Bodenfrost und erstem Nachtfrost. Das gilt besonders für den Osten und Süden Deutschlands. Auch Schnee kann in höheren Lagen zum Thema werden – allerdings begrenzt.

"Wenn der Kaltluftvorstoß aus Norden tatsächlich so kommt, sind in den höchsten Lagen, also etwa oberhalb von 1.000 Metern, erste Flocken oder Graupel durchaus realistisch", so der Meteorologe Jung. Denkbar sei das etwa auf dem Feldberg, dem Fichtelberg, dem Brocken oder dem Großen Arber. Er schränkt aber ein: Es gehe eher um einzelne Schneeschauer oder "allenfalls einen kurzen weißen Hauch", nicht um eine geschlossene Schneedecke. In den Alpen sei Neuschnee deutlich wahrscheinlicher. In tieferen Lagen sei Schnee bis auf Weiteres kein Thema.

Jung weist aber auf ein anderes besonderes Risiko hin: Viele Bäume trügen im Oktober noch Laub und seien nach dem trockenen Sommer vorgeschädigt. "Da können schon Sturmböen, die im Winter kaum jemand beachten würde, zu Astbruch und umstürzenden Bäumen führen."

Anwohner schikanieren Urlauber: Hüttenwirte greifen zu radikaler Lösung

"Ich bin fassungslos": Preisexplosion – Russen sollen sich eindecken

Protestaktion nach Strafe für Kollegen: Wiesn-Kellner lassen Zapfhahn ruhen

Wetter in Deutschland: Oktober bleibt vorerst zu trocken

Die Trockenheit bleibt auch zu Beginn des Oktobers ein Problem. Der dringend benötigte Regen dürfte noch bis zum 10. Oktober vielerorts ausbleiben. Die Böden sind vielerorts ausgetrocknet, kleinere Bäche führen kaum Wasser.

Beim Regen zeichnet sich ab Mitte Oktober ein Unterschied zwischen Nord und Süd ab: Der Süden könnte in der zweiten Oktoberhälfte spürbar Nachschub bekommen, während es im Norden eher weiter zu trocken bleibt. Auch hier gilt aber: Die genaue Entwicklung hängt davon ab, wann das Blockadehoch nachgibt und welche Strömung sich danach durchsetzt.

Auskünfte des Meteorologen Dominik Jung für t-online

daswetter.com: "Wetterforscher sagt Oktober-Wende voraus: „Erst Sommer, dann Frost-Schock!" So brutal kippt das Wetter"

charts.ecmwf.int: "2 m temperature and 30 m wind" (Englisch)

charts.ecmwf.int: "500 hPa geopotential and 850 hPa temperature" (Englisch)

charts.ecmwf.int: "Clouds" (Englisch)

dwd.de: "10-Tage-Vorhersage für Deutschland"

charts.ecmwf.int: "Precipitation type" (Englisch)

charts.ecmwf.int: "2 m temperature deviation / anomaly, last 24 hours" (Englisch)

Deutscher Wetterdienst: Infos und Warnungen des DWD

Bildrechte: Ellen Ivits

Quelle: t-online Panorama · Originalartikel

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