Häufiges nächtliches Aufwachen ist ein Symptom, das viele Ursachen haben kann. Psychische Störungen kommen ebenso infrage wie körperliche Erkrankungen.
Warnsignale ernst nehmen Die Ursachen für häufiges nächtliches Aufwachen
Hinter häufigen Schlafunterbrechungen stecken oft harmlose Ursachen, die leicht zu beheben sind. Doch manchmal ist eine ärztliche Abklärung notwendig.
Schlechter Schlaf hinterlässt Spuren: Wer nachts wiederholt aufwacht, fühlt sich tagsüber müde, gereizt und unkonzentriert. Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben. Viele sind harmlos. Oftmals hilft eine angepasste Schlafhygiene, wieder besser durchzuschlafen. Manchmal kann eine ernsthafte Erkrankung schuld am nächtlichen Aufwachen sein. Wann Sie bei Schlafproblemen aufmerksam werden sollten.
Neun häufige Ursachen für Schlafstörungen
Nächtliches Aufwachen – wann ist es normal?
Dass Menschen nachts gelegentlich aufwachen, ist normal. Der Schlaf verläuft in Zyklen – und ist mal tiefer und mal weniger tief. Zwischen den einzelnen Schlafphasen kommt es zu kurzen Wachphasen. Diese sind für den Körper sogar nützlich: Sie bieten die Möglichkeit, die Schlafposition zu verändern und die Muskulatur zu lockern.
Normalerweise findet der Mensch schnell wieder in den Schlaf und kann sich am nächsten Morgen meist nicht mehr an die Schlafunterbrechungen erinnern. Problematisch ist es dann, wenn die Wachphasen gehäuft auftreten, länger anhalten und der Schlaf nicht mehr als erholsam empfunden wird.
Schlaflosigkeit: Wie Ernährung unseren Schlaf beeinflusst
Schlafstörungen plagen viele Menschen
Laut dem Bundesministerium für Gesundheit hat etwa ein Drittel der Menschen Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Häufiges nächtliches Aufwachen kann stark belasten. Der Körper findet nicht richtig in die Ruhe und kann sich entsprechend nicht ausreichend regenerieren. Wer das nächtliche Aufwachen als belastend wahrnimmt und sich tagsüber erschöpft und schlapp fühlt, sollte der Ursache auf den Grund gehen.
Leicht behebbare Ursachen für schlechten Schlaf
Hinter unterbrochenem Schlaf stecken oftmals harmlose und leicht zu behebende Ursachen. Beispielsweise ist der Schlaf oft unruhig, wenn der Bauch voll ist. Auch Alkohol und Koffein beeinträchtigen die Schlafqualität. Ist das Schlafzimmer zu hell, zu warm – als ideal gelten 18 bis 22 Grad Celsius – oder gibt es Störgeräusche, etwa das Ticken einer Uhr, kann das ebenfalls dazu führen, dass der Körper vermehrt aufwacht. Auch eine zu harte oder zu weiche Matratze kann Einfluss auf die Schlafqualität nehmen, ebenso unregelmäßige Schlafenszeiten.
Um den Schlaf zu unterstützen, sollte man ab dem Nachmittag koffeinhaltige Getränke meiden, abends etwas leicht Verdauliches essen und Alkohol nur in Maßen trinken oder besser ganz darauf verzichten. Alkohol lässt zwar oft schneller einschlafen, führt aber zu einem flacheren, weniger erholsamen Schlaf mit mehr Aufwachphasen.
Bildschirmarbeit, aufregende Filme, emotionale Diskussionen und Sport können den Schlaf ebenfalls stören. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. (DGSM) rät, geistige wie körperliche Anstrengungen abends kontinuierlich herunterzufahren. Mit einer Ausnahme: Sex vor dem Einschlafen ist den Schlafexperten zufolge schlafmedizinisch empfehlenswert.
Wenn Stress das Gehirn nicht zur Ruhe kommen lässt
Auch beruflicher Stress, familiäre Herausforderungen und psychisch belastende Ereignisse gehören zu den häufigen Ursachen unruhiger Nächte. Unter Stress und psychischer Belastung schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus, darunter Cortisol und Adrenalin. Die Hormone versetzen den Körper in einen Alarmzustand und er bleibt angespannt und aktiv. Ein- und Durchschlafen sind erschwert, der Schlaf ist unruhig.
Auch das Gehirn kann unter Stress, Sorgen und Ängsten nicht zur Ruhe kommen. Ständiges Grübeln und Gedankenkreisen erschweren das Einschlafen zusätzlich und kurbeln die Ausschüttung von Stresshormonen weiter an.
Psychische Erkrankungen begünstigen Schlafstörungen
Angststörungen, Depression und Burnout gehen häufig mit Schlafstörungen einher. Angaben der Berufsverbände und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz zufolge sind Schlafstörungen wie häufiges nächtliches Aufwachen in mehr als der Hälfte der Fälle Vorbote oder Begleitsymptome psychiatrischer Erkrankungen.
Neben therapeutischer Unterstützung können der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. zufolge Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Achtsamkeitsübungen und Meditation unterstützend helfen, Anspannungen abzubauen und Entspannung und innere Ruhe zu fördern.
Wann nächtliches Aufwachen ärztlich abklären lassen?
Bringen Anpassungen im Lebensstil, eine entspannende Abendroutine sowie eine angepasste Schlafhygiene keine Besserung und besteht das nächtliche Aufwachen fort, ist ein Arztbesuch ratsam. Eine ärztliche Untersuchung kann dabei helfen, möglichen gesundheitlichen Auslösern für die Schlafprobleme auf die Spur zu kommen, beispielsweise Schlafapnoe und Diabetes.
Schlafapnoe: Blockierte Atemwege bringen Körper in Alarmzustand
Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlafft die Muskulatur der oberen Atemwege während des Schlafs. Die Atemwege verengen sich oder sind sogar vollständig blockiert. Es kommt zu starkem Schnarchen und nächtlichen Atemaussetzern. Um die Atmung und die Sauerstoffversorgung wiederherzustellen, löst der Körper eine Alarmreaktion aus – die schlafende Person schreckt auf.
Je häufiger diese Atemaussetzer auftreten, desto öfter ist der Schlaf unterbrochen – und desto schwerer wird es, in den Tiefschlaf zu kommen. Schätzungen zufolge haben etwa fünf Prozent der Männer und drei Prozent der Frauen eine obstruktive Schlafapnoe.
plötzliches Erwachen, manchmal mit Herzrasen und Luftnot
Tagesmüdigkeit trotz ausreichender Schlafzeit
Eine Schlafapnoe sollte unbedingt ärztlich behandelt werden, da sie mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist.
Wer nachts wiederholt aufwacht, weil die Blase drückt, sollte auch an einen möglichen, noch nicht diagnostizierten Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) denken. Häufiger nächtlicher Harndrang, medizinisch Nykturie genannt, kann ein Frühwarnzeichen sein. Bei Diabetes ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Der Körper versucht, den überschüssigen Zucker über die Nieren auszuscheiden. Eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr und Flüssigkeitsausscheidung sind hierfür erforderlich.
Menschen mit unerkanntem Diabetes berichten oft von verstärktem Durst und häufigem Wasserlassen, auch nachts. Besonders auffällig ist es, wenn jemand nachts mehrmals auf Toilette muss, obwohl er vor dem Zubettgehen kaum etwas getrunken hat. In solchen Fällen ist ein Arztbesuch ratsam, um den Blutzuckerspiegel überprüfen zu lassen. Neben Diabetes können auch andere Erkrankungen, beispielsweise eine Herzschwäche, Blasenentzündungen oder eine vergrößerte Prostata nächtlichen Harndrang verursachen.
Weitere körperliche Ursachen von Schlafunterbrechungen
Weitere mögliche Erkrankungen und Faktoren, die nächtliches Aufwachen auslösen können, sind:
chronische Schmerzerkrankungen, wie Rheuma und Arthrose
hormonelle Ungleichgewichte, etwa Schilddrüsenerkrankungen
neurologische Erkrankungen, beispielsweise das Restless-Legs-Syndrom, Parkinson und Multiple Sklerose
manche Medikamente, etwa bestimmte Blutdrucksenker, Antidepressiva oder Entwässerungsmittel
Gelegentliche Schlafstörungen sind nicht besorgniserregend. Wenn nächtliches Aufwachen aber über mehrere Wochen hinweg anhält, die Schlafqualität deutlich beeinträchtigt ist oder weitere Symptome hinzukommen, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Schlafrhythmus verbessern: Darum fühlen Sie sich mittags müde und abends hellwach
Ursachen: Ständige Müdigkeit trotz viel Schlaf – zehn Faktoren entscheidend
Forscher ergründen: Was in Ihrem Gehirn passiert, wenn Sie aufwachen
Schlafmittel nur kurzzeitig einnehmen
Den Schlaf unterstützende Hausmittel können einen Versuch wert sein, etwa ein warmes Bad vor dem Schlafengehen. Manche berichten von positiven Effekten auf den Schlaf nach der Einnahme von pflanzlichen Beruhigungsmitteln wie Baldrian. Melatoninhaltige Arzneimittel erhöhen die Konzentration des Schlafhormons Melatonin im Blut und können bei einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus durch Schichtarbeit oder Zeitverschiebung (Jetlag) unterstützen. Die Einnahme von Schlafmitteln wie Benzodiazepine sollte nur in Ausnahmefällen und nur für eine begrenzte Zeit erfolgen, da das Risiko für Abhängigkeit und Gewöhnung besteht.
neurologen-und-psychiater-im-netz.org: "Ursachen von Schlafstörungen". Online-Information der Berufsverbände für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dgsm.de: "Tipps für Ihr Schlafverhalten". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dgsm.de: "Ein- und Durchschlafstörungen". Online-Ratgeber (PDF) der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dgsm.de: "Restless Legs Syndrom und periodische Gliedmaßenbewegungen". Online-Ratgeber (PDF) der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Autogenes Training (AT)". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Progressive Relaxation (PR)". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Achtsamkeitsarbeit". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Meditation". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
amboss.com: AMBOSS-Bibliothek "Insomnien", AMBOSS SE. (Stand: 7. Mai 2026, kostenpflichtig)
gesund.bund.de: "Schlafstörungen". Online-Information des Bundesministeriums für Gesundheit. (Stand: 4. April 2025)
awmf.org: "Insomnie bei Erwachsenen". S3-Leitlinie (PDF) der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), AWMF-Register-Nr. 063-003. (Stand: 13. November 2024)
gesundheitsinformation.de: "Diabetes Typ 2". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 18. Oktober 2023)
deximed.de: "Schlafstörungen". Online-Information von DEXIMED. (Stand: 13. September 2023)
gesundheitsinformation.de: "Obstruktive Schlafapnoe". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 16. November 2022)
deximed.de: "Schlafapnoe-Syndrom". Online-Information von DEXIMED. (Stand: 10. Mai 2022)
Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Warnsignale ernst nehmen Die Ursachen für häufiges nächtliches Aufwachen
Hinter häufigen Schlafunterbrechungen stecken oft harmlose Ursachen, die leicht zu beheben sind. Doch manchmal ist eine ärztliche Abklärung notwendig.
Schlechter Schlaf hinterlässt Spuren: Wer nachts wiederholt aufwacht, fühlt sich tagsüber müde, gereizt und unkonzentriert. Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben. Viele sind harmlos. Oftmals hilft eine angepasste Schlafhygiene, wieder besser durchzuschlafen. Manchmal kann eine ernsthafte Erkrankung schuld am nächtlichen Aufwachen sein. Wann Sie bei Schlafproblemen aufmerksam werden sollten.
Neun häufige Ursachen für Schlafstörungen
Nächtliches Aufwachen – wann ist es normal?
Dass Menschen nachts gelegentlich aufwachen, ist normal. Der Schlaf verläuft in Zyklen – und ist mal tiefer und mal weniger tief. Zwischen den einzelnen Schlafphasen kommt es zu kurzen Wachphasen. Diese sind für den Körper sogar nützlich: Sie bieten die Möglichkeit, die Schlafposition zu verändern und die Muskulatur zu lockern.
Normalerweise findet der Mensch schnell wieder in den Schlaf und kann sich am nächsten Morgen meist nicht mehr an die Schlafunterbrechungen erinnern. Problematisch ist es dann, wenn die Wachphasen gehäuft auftreten, länger anhalten und der Schlaf nicht mehr als erholsam empfunden wird.
Schlaflosigkeit: Wie Ernährung unseren Schlaf beeinflusst
Schlafstörungen plagen viele Menschen
Laut dem Bundesministerium für Gesundheit hat etwa ein Drittel der Menschen Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Häufiges nächtliches Aufwachen kann stark belasten. Der Körper findet nicht richtig in die Ruhe und kann sich entsprechend nicht ausreichend regenerieren. Wer das nächtliche Aufwachen als belastend wahrnimmt und sich tagsüber erschöpft und schlapp fühlt, sollte der Ursache auf den Grund gehen.
Leicht behebbare Ursachen für schlechten Schlaf
Hinter unterbrochenem Schlaf stecken oftmals harmlose und leicht zu behebende Ursachen. Beispielsweise ist der Schlaf oft unruhig, wenn der Bauch voll ist. Auch Alkohol und Koffein beeinträchtigen die Schlafqualität. Ist das Schlafzimmer zu hell, zu warm – als ideal gelten 18 bis 22 Grad Celsius – oder gibt es Störgeräusche, etwa das Ticken einer Uhr, kann das ebenfalls dazu führen, dass der Körper vermehrt aufwacht. Auch eine zu harte oder zu weiche Matratze kann Einfluss auf die Schlafqualität nehmen, ebenso unregelmäßige Schlafenszeiten.
Um den Schlaf zu unterstützen, sollte man ab dem Nachmittag koffeinhaltige Getränke meiden, abends etwas leicht Verdauliches essen und Alkohol nur in Maßen trinken oder besser ganz darauf verzichten. Alkohol lässt zwar oft schneller einschlafen, führt aber zu einem flacheren, weniger erholsamen Schlaf mit mehr Aufwachphasen.
Bildschirmarbeit, aufregende Filme, emotionale Diskussionen und Sport können den Schlaf ebenfalls stören. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. (DGSM) rät, geistige wie körperliche Anstrengungen abends kontinuierlich herunterzufahren. Mit einer Ausnahme: Sex vor dem Einschlafen ist den Schlafexperten zufolge schlafmedizinisch empfehlenswert.
Wenn Stress das Gehirn nicht zur Ruhe kommen lässt
Auch beruflicher Stress, familiäre Herausforderungen und psychisch belastende Ereignisse gehören zu den häufigen Ursachen unruhiger Nächte. Unter Stress und psychischer Belastung schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus, darunter Cortisol und Adrenalin. Die Hormone versetzen den Körper in einen Alarmzustand und er bleibt angespannt und aktiv. Ein- und Durchschlafen sind erschwert, der Schlaf ist unruhig.
Auch das Gehirn kann unter Stress, Sorgen und Ängsten nicht zur Ruhe kommen. Ständiges Grübeln und Gedankenkreisen erschweren das Einschlafen zusätzlich und kurbeln die Ausschüttung von Stresshormonen weiter an.
Psychische Erkrankungen begünstigen Schlafstörungen
Angststörungen, Depression und Burnout gehen häufig mit Schlafstörungen einher. Angaben der Berufsverbände und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz zufolge sind Schlafstörungen wie häufiges nächtliches Aufwachen in mehr als der Hälfte der Fälle Vorbote oder Begleitsymptome psychiatrischer Erkrankungen.
Neben therapeutischer Unterstützung können der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. zufolge Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Achtsamkeitsübungen und Meditation unterstützend helfen, Anspannungen abzubauen und Entspannung und innere Ruhe zu fördern.
Wann nächtliches Aufwachen ärztlich abklären lassen?
Bringen Anpassungen im Lebensstil, eine entspannende Abendroutine sowie eine angepasste Schlafhygiene keine Besserung und besteht das nächtliche Aufwachen fort, ist ein Arztbesuch ratsam. Eine ärztliche Untersuchung kann dabei helfen, möglichen gesundheitlichen Auslösern für die Schlafprobleme auf die Spur zu kommen, beispielsweise Schlafapnoe und Diabetes.
Schlafapnoe: Blockierte Atemwege bringen Körper in Alarmzustand
Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlafft die Muskulatur der oberen Atemwege während des Schlafs. Die Atemwege verengen sich oder sind sogar vollständig blockiert. Es kommt zu starkem Schnarchen und nächtlichen Atemaussetzern. Um die Atmung und die Sauerstoffversorgung wiederherzustellen, löst der Körper eine Alarmreaktion aus – die schlafende Person schreckt auf.
Je häufiger diese Atemaussetzer auftreten, desto öfter ist der Schlaf unterbrochen – und desto schwerer wird es, in den Tiefschlaf zu kommen. Schätzungen zufolge haben etwa fünf Prozent der Männer und drei Prozent der Frauen eine obstruktive Schlafapnoe.
plötzliches Erwachen, manchmal mit Herzrasen und Luftnot
Tagesmüdigkeit trotz ausreichender Schlafzeit
Eine Schlafapnoe sollte unbedingt ärztlich behandelt werden, da sie mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist.
Wer nachts wiederholt aufwacht, weil die Blase drückt, sollte auch an einen möglichen, noch nicht diagnostizierten Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) denken. Häufiger nächtlicher Harndrang, medizinisch Nykturie genannt, kann ein Frühwarnzeichen sein. Bei Diabetes ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Der Körper versucht, den überschüssigen Zucker über die Nieren auszuscheiden. Eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr und Flüssigkeitsausscheidung sind hierfür erforderlich.
Menschen mit unerkanntem Diabetes berichten oft von verstärktem Durst und häufigem Wasserlassen, auch nachts. Besonders auffällig ist es, wenn jemand nachts mehrmals auf Toilette muss, obwohl er vor dem Zubettgehen kaum etwas getrunken hat. In solchen Fällen ist ein Arztbesuch ratsam, um den Blutzuckerspiegel überprüfen zu lassen. Neben Diabetes können auch andere Erkrankungen, beispielsweise eine Herzschwäche, Blasenentzündungen oder eine vergrößerte Prostata nächtlichen Harndrang verursachen.
Weitere körperliche Ursachen von Schlafunterbrechungen
Weitere mögliche Erkrankungen und Faktoren, die nächtliches Aufwachen auslösen können, sind:
chronische Schmerzerkrankungen, wie Rheuma und Arthrose
hormonelle Ungleichgewichte, etwa Schilddrüsenerkrankungen
neurologische Erkrankungen, beispielsweise das Restless-Legs-Syndrom, Parkinson und Multiple Sklerose
manche Medikamente, etwa bestimmte Blutdrucksenker, Antidepressiva oder Entwässerungsmittel
Gelegentliche Schlafstörungen sind nicht besorgniserregend. Wenn nächtliches Aufwachen aber über mehrere Wochen hinweg anhält, die Schlafqualität deutlich beeinträchtigt ist oder weitere Symptome hinzukommen, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Schlafrhythmus verbessern: Darum fühlen Sie sich mittags müde und abends hellwach
Ursachen: Ständige Müdigkeit trotz viel Schlaf – zehn Faktoren entscheidend
Forscher ergründen: Was in Ihrem Gehirn passiert, wenn Sie aufwachen
Schlafmittel nur kurzzeitig einnehmen
Den Schlaf unterstützende Hausmittel können einen Versuch wert sein, etwa ein warmes Bad vor dem Schlafengehen. Manche berichten von positiven Effekten auf den Schlaf nach der Einnahme von pflanzlichen Beruhigungsmitteln wie Baldrian. Melatoninhaltige Arzneimittel erhöhen die Konzentration des Schlafhormons Melatonin im Blut und können bei einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus durch Schichtarbeit oder Zeitverschiebung (Jetlag) unterstützen. Die Einnahme von Schlafmitteln wie Benzodiazepine sollte nur in Ausnahmefällen und nur für eine begrenzte Zeit erfolgen, da das Risiko für Abhängigkeit und Gewöhnung besteht.
neurologen-und-psychiater-im-netz.org: "Ursachen von Schlafstörungen". Online-Information der Berufsverbände für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dgsm.de: "Tipps für Ihr Schlafverhalten". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dgsm.de: "Ein- und Durchschlafstörungen". Online-Ratgeber (PDF) der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dgsm.de: "Restless Legs Syndrom und periodische Gliedmaßenbewegungen". Online-Ratgeber (PDF) der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Autogenes Training (AT)". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Progressive Relaxation (PR)". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Achtsamkeitsarbeit". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
dg-e.de: "Meditation". Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren e. V. (Abgerufen am 1. Juni 2026)
amboss.com: AMBOSS-Bibliothek "Insomnien", AMBOSS SE. (Stand: 7. Mai 2026, kostenpflichtig)
gesund.bund.de: "Schlafstörungen". Online-Information des Bundesministeriums für Gesundheit. (Stand: 4. April 2025)
awmf.org: "Insomnie bei Erwachsenen". S3-Leitlinie (PDF) der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), AWMF-Register-Nr. 063-003. (Stand: 13. November 2024)
gesundheitsinformation.de: "Diabetes Typ 2". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 18. Oktober 2023)
deximed.de: "Schlafstörungen". Online-Information von DEXIMED. (Stand: 13. September 2023)
gesundheitsinformation.de: "Obstruktive Schlafapnoe". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 16. November 2022)
deximed.de: "Schlafapnoe-Syndrom". Online-Information von DEXIMED. (Stand: 10. Mai 2022)
Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Bildrechte: Ann-Kathrin Landzettel
Quelle: t-online Gesundheit · Originalartikel












