Vier neue Spiele, vier völlig verschiedene Ansätze. Diese Titel für PC und Konsole zeigen, wie weit das Angebot in diesem Monat auseinandergeht.
Spiele-Highlights im August Vier Neuheiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten
Vier neue Spiele, vier völlig verschiedene Ansätze. Diese Titel für PC und Konsole zeigen, wie weit das Angebot in diesem Monat auseinandergeht.
Fünf Tage lang stand Köln im Zeichen der Spielebranche, am Sonntag endete die Gamescom. Auf der Messe drehte sich vieles um Ankündigungen für die kommenden Monate – dabei hat schon der August geliefert. Wir haben vier Neuerscheinungen herausgegriffen, die thematisch kaum weiter auseinanderliegen könnten – vom Schwertkampf im postapokalyptischen Japan bis zur Unterwasserstadt, in der man Wassermelonen anbaut.
Worum es geht: Im postapokalyptischen Japan des Jahres 4026 hat eine Verderbnis genannte Seuche Pflanzen, Tiere und Menschen verändert. Spieler steuern die Schwertkämpferin Emma, die selbst befallen ist, die Krankheit aber kontrollieren kann. An ihrer Seite läuft der Hund Koo, dem sich im Kampf Befehle erteilen lassen – die Mischung aus Echtzeit-Schwertkampf und kommandierten Angriffen ist der Kern des Spiels. Wer die Bossgegner besiegt, übernimmt deren Kräfte und kommt so der namensgebenden Bestie näher.
Für wen das Spiel geeignet ist: Das Kampfsystem setzt auf Parieren, Ausweichen und den richtigen Moment und erinnert damit an Titel wie "Sekiro". Anders als in den meisten Vertretern dieser Schule gibt es aber drei Schwierigkeitsgrade, was den Einstieg deutlich erleichtert. Wer eine ungewöhnliche Spielwelt und eine ausgearbeitete Begleiterfigur sucht, ist hier richtig. Wer offene Welten oder einen Mehrspielermodus erwartet, sollte weiterziehen: Das Abenteuer ist streng auf eine Person und ihren Hund zugeschnitten. Eine deutsche Sprachausgabe fehlt, es gibt nur Untertitel.
Fazit: "Beast of Reincarnation" ist ein geradliniges Action-Rollenspiel, das Schwächen in der Geschichte mit einem spektakulären Kampfsystem und einer bildhübschen Welt wettmacht. Insbesondere Spieler, die den Abspann nach maximal 30 Stunden sehen wollen, ohne vorher jeden Winkel einer riesigen offenen Welt erkunden zu müssen, sollten dem Action-Rollenspiel der Pokémon-Macher eine Chance geben.
"Beast of Reincarnation" ist am 4. August für Playstation 5, Xbox Series X|S und den PC erschienen. Das Spiel hat eine Altersfreigabe der USK ab 12 Jahren.
Worum es geht: "Pokémon Pokopia" ist seit März exklusiv für die Switch 2 erhältlich: In dem Aufbauspiel schlüpfen Spieler in die Rolle eines Ditto, das eine verödete Welt gemeinsam mit anderen Pokémon wieder herrichtet. "Blubbmeeria" ist der erste Teil des kostenpflichtigen Erweiterungspasses und führt Spieler unter Wasser. Dort liegt eine versunkene Stadt, die Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden will, unterstützt vom beliebten Pokémon Robball. Neue Schwimmblöcke erlauben Bauwerke, die in verschiedenen Höhen schweben und die an Land nicht möglich wären.
Für wen das Spiel geeignet ist: Für alle, die "Pokopia" mögen und schon länger nichts Neues zu bauen hatten. Wer das Hauptspiel besitzt, bekommt die Tauchfähigkeit über das kostenlose Update ohnehin und kann den Meeresboden erkunden – für die Stadt, die zusätzlichen Pokémon, Möbel und Outfits braucht es den kostenpflichtigen Pass. Wer mit gemütlichen Aufbauspielen im Stil von "Animal Crossing" wenig anfangen kann, wird auch hier nicht abgeholt: Es gibt keine Kämpfe und keinen Zeitdruck, das Tempo bestimmt man selbst.
Fazit: Eine Erweiterung, die den offensichtlichen Schritt geht und ihn gut macht. Das Bauen unter Wasser ist mehr als eine neue Kulisse, weil die Schwimmblöcke tatsächlich neue Bauformen erlauben, und die Tiefsee schafft einen überraschend stimmungsvollen Kontrast zum sonst so hellen Spiel. Bereits dieser erste Teil des Erweiterungspasses bringt Bastel-Spielspaß für viele Stunden – und zwei weitere kommende Erweiterungen sind ebenfalls im Preis enthalten.
"Pokémon Pokopia: Erweiterungspass, Teil 1: Blubbmeeria" ist am 5. August exklusiv für Nintendo Switch 2 erschienen, umfasst drei Teile und setzt das Hauptspiel voraus. Das Spiel ist von der USK ab 6 Jahren freigegeben.
Worum es geht: Das rundenbasierte Taktikspiel spielt in der Endphase der Klonkriege, fernab der bekannten Filmhelden. Spieler übernehmen Hawks, einen ehemaligen Offizier der Republik, und führen eine zusammengewürfelte Söldnertruppe gegen einen separatistisch geprägten Kult. In den Gefechten zählen Deckung, Aktionspunkte, Reaktionszonen und zerstörbare Umgebung; wer Figuren gemeinsam auf Missionen schickt, stärkt ihre Bindungen und schaltet dadurch weitere Fähigkeiten frei.
Für wen das Spiel geeignet ist: Für Taktikfans, die "XCOM" mögen, und für Star-Wars-Anhänger, die den Krieg lieber aus Sicht der Fußtruppen sehen als aus dem Cockpit. Fallen Truppmitglieder, bleiben sie dauerhaft tot – das gilt auch für Figuren aus der Geschichte, die dann ohne sie weiterläuft. Für Einsteiger lässt sich diese Regel (Permadeath) abschalten, Veteranen können sie im Beskar-Modus dagegen auf die Spitze treiben. Wer verzweigte Handlungspfade oder mehrere Enden erwartet, bekommt sie nicht – die Geschichte verläuft linear, Entscheidungen wirken vor allem auf Beziehungen und einzelne Szenen.
Fazit: Die Kombination geht auf. Die Gefechte sind fordernd, ohne unfair zu werden, und die Truppenverwaltung entwickelt genau den Sog, den man aus dem Genre kennt – nur eben mit Klonsoldaten, einem Mandalorianer und einer Jedi-Padawan im Kader. Stark ist vor allem, wie viel Aufwand in die Inszenierung geflossen ist, inklusive vollständiger deutscher Sprachausgabe, die in diesem Genre selten ist. Der erzählerische Anspruch, den das Spiel an sich selbst stellt, wird von den Figuren allerdings nicht überall eingelöst.
"Star Wars Zero Company" ist am 27. August für Playstation 5, Xbox Series X|S und den PC erschienen. Das Spiel hat eine Altersfreigabe der USK ab 12 Jahren.
Worum es geht: Der dritte Teil der Reihe verlässt die Geschichte von Amicia und Hugo und setzt 15 Jahre vor den Ereignissen von "A Plague Tale: Requiem" an. Im Mittelpunkt steht Sophia, eine junge Plünderin, die nach einem gescheiterten Raubzug aus Venedig flieht und auf der Insel des Minotaurus strandet, wo sie der Herkunft ihrer eigenen Familie nachgeht. Statt zu schleichen, kämpft sie: Das Spiel setzt auf Nahkampf mit Parieren, Kontern und Ausweichen. Eine gestohlene minoische Kugel lenkt Licht und dient als Werkzeug für die Rätsel, die verschlossene Wege öffnen.
Für wen das Spiel geeignet ist: Wer die Vorgänger wegen der bedrückenden Stimmung, der Rattenschwärme oder der Schleichpassagen mochte, muss sich umstellen – dieses Abenteuer spielt sich eher wie ein klassisches Action-Adventure im Stil von "Uncharted" oder "Tomb Raider". Die Geschichte umfasst 14 Kapitel und dauert je nach Spielweise etwa 15 bis 20 Stunden, eine offene Welt gibt es nicht. Für Neueinsteiger ist der Titel gut geeignet, weil er eine eigenständige Geschichte erzählt und keinerlei Vorwissen voraussetzt.
Fazit: Der Bruch mit der eigenen Formel tut der Reihe gut. Sophia trägt das Abenteuer als eigenständige Figur, das neue Kampfsystem ist griffig und schnell verständlich. Die sonnendurchflutete Ägäis-Kulisse setzt sich wohltuend von den düsteren Vorgängern ab, ohne die Schwere der Geschichte zu verlieren. Der Soundtrack mit seinen griechisch-zyprischen Gesängen tut ein Übriges. Nach rund 15 bis 20 Stunden ist Schluss – für ein Abenteuer dieser Machart genau die richtige Länge.
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"Resonance: A Plague Tale Legacy" ist am 27. August für Playstation 5, Xbox Series X|S und den PC erschienen. Das Spiel hat eine Altersfreigabe der USK ab 16 Jahren.
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Bildrechte: Marcel Horzenek · Tobias Schibilla · Nedžad Hurabašić
Quelle: t-online Digital · Originalartikel













