Ungewöhnlich große Brüste beim Mann können Anzeichen für eine sogenannte Gynäkomastie sein. Wie Sie diese erkennen und was dann zu tun ist.
Wenn beim Mann die Brüste wachsen Wie ist eine Gynäkomastie zu erkennen – und was hilft?
Ungewöhnlich große Brüste beim Mann können Anzeichen für eine sogenannte Gynäkomastie sein. Wie Sie diese erkennen und was dann zu tun ist.
Was bei der Frau als normal gilt, bietet beim Mann meist Anlass zur Verwunderung oder gar Sorge: Wenn seine Brüste wachsen, stellt er oder stellen seine Angehörigen sich womöglich die Frage, ob eine Erkrankung dahinterstecken könnte.
Das muss nicht der Fall sein. Die sogenannte Gynäkomastie – von dem griechischen "gynē" für Frau und "mastos" für Brust – kann harmlose Ursachen haben. In vielen Fällen ist es trotzdem sinnvoll, das Symptom ärztlich abklären zu lassen.
Denn während eine Gynäkomastie bei männlichen Säuglingen und bei Jungen in der Pubertät ein normales und für gewöhnlich vorübergehendes Phänomen ist, deutet sie bei erwachsenen Männern womöglich auf ein Ungleichgewicht gewisser Botenstoffe im Körper hin.
Vergrößerte Brustdrüsen beim Mann – so ist Gynäkomastie zu erkennen
Eine Gynäkomastie ist daran zu erkennen, dass beim Mann die Brustdrüsen zu wachsen beginnen beziehungsweise bereits stark ausgeprägt sind. Seine Brüste sehen dadurch größer aus, als es für Männer üblich ist. Meist gilt das für beide Brüste, eine Gynäkomastie kann aber auch einseitig vorkommen.
Ungewöhnlich große Brüste beim Mann müssen allerdings nicht unbedingt ein Anzeichen für übermäßig entwickelte Brustdrüsen, also eine Gynäkomastie sein. Unter Umständen handelt es sich stattdessen um eine vermehrte Ansammlung von Fettgewebe im Bereich der Brüste, während die Brustdrüsen nicht vergrößert sind. Dann sprechen Fachleute nicht von einer Gynäkomastie, sondern von einer Lipomastie – "Lipo" steht für Fett.
Oft ist der Unterschied durch Ertasten und genaues Hinsehen zu erkennen: Bei einer Gynäkomastie ist direkt unter dem Warzenhof elastisches bis festes Brustdrüsengewebe mit einem Durchmesser von mindestens zwei Zentimetern zu ertasten. Die Brustdrüsen können berührungsempfindlich sein, unangenehm spannen oder schmerzen.
Lässt sich die Vergrößerung hingegen auf eine Ansammlung von Fett zurückführen, ist das Gewebe normalerweise weicher, gleichmäßig und schmerzlos. Häufig kommt eine Lipomastie bei Übergewicht vor. In diesem Fall weist der Betroffene nicht nur an den Brüsten vermehrt Fettgewebe auf, sondern auch am Bauch und anderen Körperstellen.
Eine sichere Abgrenzung – auch von Brusttumoren oder andersartigen Vergrößerungen im Gewebe – kann jedoch nur eine Ärztin oder ein Arzt vornehmen. Das Symptom zeitnah ärztlich abklären zu lassen, ist somit sehr wichtig. Die Ärztin oder der Arzt wird zunächst die genaue Ursache für das Brustwachstum ermitteln und anschließend entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist.
Gynäkomastie – wann wachsen beim Mann die Brüste?
Wie genau es dazu kommt, dass bei einem erwachsenen Mann auf einmal die Brüste wachsen, ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielt eine wichtige Rolle, wie stark Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) und Androgene (männliche Geschlechtshormone) im Verhältnis zueinander wirken.
Östrogene fördern das Wachstum des Brustdrüsengewebes, Androgene hemmen es. Dieses Gleichgewicht kann sich im Blut oder direkt im Brustgewebe zugunsten der Östrogenwirkung verschieben.
Für ein hormonelles Ungleichgewicht beim Mann kann es wiederum zahlreiche Ursachen geben. Mit zunehmendem Alter kommt eine Gynäkomastie häufiger vor. Ein Grund kann sein, dass die Wirkung männlicher Geschlechtshormone nachlässt.
Zudem nimmt bei vielen Männern der Körperfettanteil zu. Im Fettgewebe befindet sich das Enzym Aromatase. Es wandelt männliche Geschlechtshormone teilweise in weibliche Geschlechtshormone um. Bei Adipositas, also starkem Übergewicht, kann die Aktivität dieses Enzyms erhöht sein. (Gleichzeitig lagern viele Betroffene vermehrt Fett in den Brüsten ein, haben also auch eine Lipomastie.)
Darüber hinaus kann eine Gynäkomastie auf verschiedene Erkrankungen oder den Einfluss von Arzneimitteln oder Drogen zurückzuführen sein. Mögliche Auslöser sind unter anderem:
Medikamente, unter anderem der Wirkstoff Spironolacton sowie Mittel zur Behandlung von Prostatakrebs
Anabolika (Diese künstlich hergestellten Abkömmlinge männlicher Geschlechtshormone werden unter anderem zum Muskelaufbau missbraucht. Der Körper kann einen Teil davon in Östrogene umwandeln, wodurch das Brustdrüsengewebe wachsen kann.)
eine Leberzirrhose (Dabei können unter anderem ein veränderter Hormonstoffwechsel und weniger frei verfügbares Testosteron das Verhältnis von Östrogen- zu Androgenwirkung verschieben.)
eine gestörte Hormonproduktion in den Hoden (etwa durch das Klinefelter-Syndrom, eine angeborene Erkrankung, die oft erst im Erwachsenenalter festgestellt wird)
bestimmte hormonproduzierende Tumoren, etwa der Hoden oder seltener anderer Organe
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Allerdings lässt sich nicht bei jedem Betroffenen eine Ursache finden.
Können Drogen eine Gynäkomastie verursachen?
Bei einigen Drogen wird ein Zusammenhang mit einer Gynäkomastie vermutet. Das gilt zum Beispiel für Cannabis. Bislang ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob Cannabis tatsächlich die Ursache sein kann und auf welchem Weg es das Brustwachstum beeinflussen könnte. Auch Heroin und Amphetamine werden teilweise als mögliche Auslöser genannt. Für sie gibt es derzeit jedoch keinen ausreichend gesicherten Nachweis, dass sie eine Gynäkomastie verursachen.
Was ist bei einer Gynäkomastie zu tun?
Wenn ein Mann ungewöhnlich große Brüste hat oder diese zu wachsen beginnen, sollte er sich ärztlich untersuchen lassen. Eine Gynäkomastie kann je nach Ausmaß zur körperlichen und seelischen Belastung werden. Und möglicherweise ist sie ein Anzeichen für ein ernstes gesundheitliches Problem. Steckt eine Erkrankung dahinter, sollte diese gezielt behandelt werden.
Wenn Medikamente der Grund sind, lässt sich das Problem möglicherweise durch einen Wechsel oder das Absetzen des auslösenden Präparats bessern. Das sollte aber unbedingt in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt geschehen. Medikamente sollten Betroffene nicht eigenmächtig absetzen.
Nicht nur Rauchen: Das sind die größten Risikofaktoren für Brustkrebs
Einseitige Schmerzen bei Frauen: Brustschmerzen links: Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Brustwachstum beim Mann: Gynäkomastie oder Fett? Was "Männerbrüste" verursachen kann
Bei länger bestehender Gynäkomastie bildet sich das Drüsengewebe trotz Beseitigung der Ursache nicht immer vollständig zurück.
Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 22.9.2026), kostenpflichtig
Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Abrufdatum: 22.9.2026), kostenpflichtig
Online-Informationen von MSD Manual: www.msdmanuals.com (Abrufdatum: 22.9.2026)
Pozza, C., et al.: "Management of gynecomastia in adolescence and adults: the clinical practice guidelines from the Italian Society of Andrology and Sexual Medicine (SIAMS)". Journal of Endocrinological Investigation, online vorab veröffentlicht (Juni 2026)
Swerdloff, R. S., et al.: "Gynecomastia: Etiology, Diagnosis, and Treatment". Endotext, South Dartmouth (MA), MDText.com, Inc. (Juni 2023)
"Wenn Männern Brüste wachsen". Online-Informationen der Deutschen Apotheker Zeitung: www.deutsche-apotheker-zeitung.de (Stand: 17.2.2022)
Kanakis, G. A., et al.: "EAA clinical practice guidelines – gynecomastia evaluation and management". Andrology, Vol. 7, Iss. 6, pp. 778-793 (November 2019)
Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Wenn beim Mann die Brüste wachsen Wie ist eine Gynäkomastie zu erkennen – und was hilft?
Ungewöhnlich große Brüste beim Mann können Anzeichen für eine sogenannte Gynäkomastie sein. Wie Sie diese erkennen und was dann zu tun ist.
Was bei der Frau als normal gilt, bietet beim Mann meist Anlass zur Verwunderung oder gar Sorge: Wenn seine Brüste wachsen, stellt er oder stellen seine Angehörigen sich womöglich die Frage, ob eine Erkrankung dahinterstecken könnte.
Das muss nicht der Fall sein. Die sogenannte Gynäkomastie – von dem griechischen "gynē" für Frau und "mastos" für Brust – kann harmlose Ursachen haben. In vielen Fällen ist es trotzdem sinnvoll, das Symptom ärztlich abklären zu lassen.
Denn während eine Gynäkomastie bei männlichen Säuglingen und bei Jungen in der Pubertät ein normales und für gewöhnlich vorübergehendes Phänomen ist, deutet sie bei erwachsenen Männern womöglich auf ein Ungleichgewicht gewisser Botenstoffe im Körper hin.
Vergrößerte Brustdrüsen beim Mann – so ist Gynäkomastie zu erkennen
Eine Gynäkomastie ist daran zu erkennen, dass beim Mann die Brustdrüsen zu wachsen beginnen beziehungsweise bereits stark ausgeprägt sind. Seine Brüste sehen dadurch größer aus, als es für Männer üblich ist. Meist gilt das für beide Brüste, eine Gynäkomastie kann aber auch einseitig vorkommen.
Ungewöhnlich große Brüste beim Mann müssen allerdings nicht unbedingt ein Anzeichen für übermäßig entwickelte Brustdrüsen, also eine Gynäkomastie sein. Unter Umständen handelt es sich stattdessen um eine vermehrte Ansammlung von Fettgewebe im Bereich der Brüste, während die Brustdrüsen nicht vergrößert sind. Dann sprechen Fachleute nicht von einer Gynäkomastie, sondern von einer Lipomastie – "Lipo" steht für Fett.
Oft ist der Unterschied durch Ertasten und genaues Hinsehen zu erkennen: Bei einer Gynäkomastie ist direkt unter dem Warzenhof elastisches bis festes Brustdrüsengewebe mit einem Durchmesser von mindestens zwei Zentimetern zu ertasten. Die Brustdrüsen können berührungsempfindlich sein, unangenehm spannen oder schmerzen.
Lässt sich die Vergrößerung hingegen auf eine Ansammlung von Fett zurückführen, ist das Gewebe normalerweise weicher, gleichmäßig und schmerzlos. Häufig kommt eine Lipomastie bei Übergewicht vor. In diesem Fall weist der Betroffene nicht nur an den Brüsten vermehrt Fettgewebe auf, sondern auch am Bauch und anderen Körperstellen.
Eine sichere Abgrenzung – auch von Brusttumoren oder andersartigen Vergrößerungen im Gewebe – kann jedoch nur eine Ärztin oder ein Arzt vornehmen. Das Symptom zeitnah ärztlich abklären zu lassen, ist somit sehr wichtig. Die Ärztin oder der Arzt wird zunächst die genaue Ursache für das Brustwachstum ermitteln und anschließend entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist.
Gynäkomastie – wann wachsen beim Mann die Brüste?
Wie genau es dazu kommt, dass bei einem erwachsenen Mann auf einmal die Brüste wachsen, ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielt eine wichtige Rolle, wie stark Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) und Androgene (männliche Geschlechtshormone) im Verhältnis zueinander wirken.
Östrogene fördern das Wachstum des Brustdrüsengewebes, Androgene hemmen es. Dieses Gleichgewicht kann sich im Blut oder direkt im Brustgewebe zugunsten der Östrogenwirkung verschieben.
Für ein hormonelles Ungleichgewicht beim Mann kann es wiederum zahlreiche Ursachen geben. Mit zunehmendem Alter kommt eine Gynäkomastie häufiger vor. Ein Grund kann sein, dass die Wirkung männlicher Geschlechtshormone nachlässt.
Zudem nimmt bei vielen Männern der Körperfettanteil zu. Im Fettgewebe befindet sich das Enzym Aromatase. Es wandelt männliche Geschlechtshormone teilweise in weibliche Geschlechtshormone um. Bei Adipositas, also starkem Übergewicht, kann die Aktivität dieses Enzyms erhöht sein. (Gleichzeitig lagern viele Betroffene vermehrt Fett in den Brüsten ein, haben also auch eine Lipomastie.)
Darüber hinaus kann eine Gynäkomastie auf verschiedene Erkrankungen oder den Einfluss von Arzneimitteln oder Drogen zurückzuführen sein. Mögliche Auslöser sind unter anderem:
Medikamente, unter anderem der Wirkstoff Spironolacton sowie Mittel zur Behandlung von Prostatakrebs
Anabolika (Diese künstlich hergestellten Abkömmlinge männlicher Geschlechtshormone werden unter anderem zum Muskelaufbau missbraucht. Der Körper kann einen Teil davon in Östrogene umwandeln, wodurch das Brustdrüsengewebe wachsen kann.)
eine Leberzirrhose (Dabei können unter anderem ein veränderter Hormonstoffwechsel und weniger frei verfügbares Testosteron das Verhältnis von Östrogen- zu Androgenwirkung verschieben.)
eine gestörte Hormonproduktion in den Hoden (etwa durch das Klinefelter-Syndrom, eine angeborene Erkrankung, die oft erst im Erwachsenenalter festgestellt wird)
bestimmte hormonproduzierende Tumoren, etwa der Hoden oder seltener anderer Organe
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Allerdings lässt sich nicht bei jedem Betroffenen eine Ursache finden.
Können Drogen eine Gynäkomastie verursachen?
Bei einigen Drogen wird ein Zusammenhang mit einer Gynäkomastie vermutet. Das gilt zum Beispiel für Cannabis. Bislang ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob Cannabis tatsächlich die Ursache sein kann und auf welchem Weg es das Brustwachstum beeinflussen könnte. Auch Heroin und Amphetamine werden teilweise als mögliche Auslöser genannt. Für sie gibt es derzeit jedoch keinen ausreichend gesicherten Nachweis, dass sie eine Gynäkomastie verursachen.
Was ist bei einer Gynäkomastie zu tun?
Wenn ein Mann ungewöhnlich große Brüste hat oder diese zu wachsen beginnen, sollte er sich ärztlich untersuchen lassen. Eine Gynäkomastie kann je nach Ausmaß zur körperlichen und seelischen Belastung werden. Und möglicherweise ist sie ein Anzeichen für ein ernstes gesundheitliches Problem. Steckt eine Erkrankung dahinter, sollte diese gezielt behandelt werden.
Wenn Medikamente der Grund sind, lässt sich das Problem möglicherweise durch einen Wechsel oder das Absetzen des auslösenden Präparats bessern. Das sollte aber unbedingt in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt geschehen. Medikamente sollten Betroffene nicht eigenmächtig absetzen.
Nicht nur Rauchen: Das sind die größten Risikofaktoren für Brustkrebs
Einseitige Schmerzen bei Frauen: Brustschmerzen links: Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Brustwachstum beim Mann: Gynäkomastie oder Fett? Was "Männerbrüste" verursachen kann
Bei länger bestehender Gynäkomastie bildet sich das Drüsengewebe trotz Beseitigung der Ursache nicht immer vollständig zurück.
Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 22.9.2026), kostenpflichtig
Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Abrufdatum: 22.9.2026), kostenpflichtig
Online-Informationen von MSD Manual: www.msdmanuals.com (Abrufdatum: 22.9.2026)
Pozza, C., et al.: "Management of gynecomastia in adolescence and adults: the clinical practice guidelines from the Italian Society of Andrology and Sexual Medicine (SIAMS)". Journal of Endocrinological Investigation, online vorab veröffentlicht (Juni 2026)
Swerdloff, R. S., et al.: "Gynecomastia: Etiology, Diagnosis, and Treatment". Endotext, South Dartmouth (MA), MDText.com, Inc. (Juni 2023)
"Wenn Männern Brüste wachsen". Online-Informationen der Deutschen Apotheker Zeitung: www.deutsche-apotheker-zeitung.de (Stand: 17.2.2022)
Kanakis, G. A., et al.: "EAA clinical practice guidelines – gynecomastia evaluation and management". Andrology, Vol. 7, Iss. 6, pp. 778-793 (November 2019)
Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Bildrechte: Lydia Klöckner
Quelle: t-online Gesundheit · Originalartikel












