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Kuriose Meldungen

Fall Christa Pike: Desaster bei Hinrichtung – "Als würde er gleich platzen"

Dem US-Bundesstaat Tennessee gelang es nicht, die Mörderin Christa Pike hinzurichten. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen.

Hinrichtungsversuch endet im Chaos "Das Schlimmste, das wir je gesehen haben"

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Dem US-Bundesstaat Tennessee gelang es nicht, die Mörderin Christa Pike hinzurichten. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen.

Bis zuletzt hatte Christa Pike gegen ihre Hinrichtung gekämpft. Doch als der Oberste US-Gerichtshof am Mittwochabend gegen 17.50 Uhr (Ortszeit) seine Entscheidung verkündete, platzten alle Hoffnungen: Die Tötung der 50-Jährigen mit Giftspritze war beschlossene Sache. Stunden später jedoch endete der Exekutionsversuch im Chaos – Pike atmete trotz zweier Giftspritzen weiter und ist offenbar noch immer am Leben. Beobachter sprechen von chaotischen Zuständen.

Die heute 50-Jährige soll 1995 eine Bekannte in Knoxville brutal gefoltert und ermordet haben. Ein Jahr später wurde sie deswegen zum Tode verurteilt – seit drei Jahrzehnten wartete sie auf die Vollstreckung. Es wäre die erste Hinrichtung einer Frau im US-Bundesstaat Tennessee seit über 200 Jahren gewesen.

Folter und Teufelssymbole: Diesen Mord gestand Christa Pike

Desaster bei Hinrichtung: Gouverneur zieht im Fall Christa Pike Konsequenzen

Journalisten beobachten Hinrichtungsversuch von Christa Pike

Medienvertreter gaben an, gegen 18.26 Uhr Zutritt zum Zeugenraum erhalten zu haben, wie das Medium "Nashville Banner" berichtete. Von dort konnten die Journalisten die Exekution mitverfolgen – ein übliches Vorgehen bei Hinrichtungen in den USA.

Pike hatte sich zuvor mit letzten Worten an die Öffentlichkeit gewandt. Beobachter beschrieben sie als auffällig gesprächig. "Ich werde diese Welt so verlassen, wie ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe: in Liebe", sagte sie laut Nachrichtenagentur AP. "Ich habe meinen Frieden gefunden, ich bin bereit, frei zu sein. Dies ist ein glücklicher Tag", zitierte der "Nashville Banner".

Rätselhafte Äußerung von Christa Pike

Dann überschlugen sich offenbar die Ereignisse, wie anwesende Journalisten schilderten. Um 19.46 Uhr sei ein Pfarrer, der Pike begleitet hatte, gebeten worden zu gehen. Mutmaßlich in diesen Minuten wurde ihr die erste Spritze verabreicht. Kurze Zeit später wurde ihr das Gift ein zweites Mal injiziert, berichtete der "Nashville Banner".

Im Verlauf der Prozedur soll Pike wach gewesen sein und mehrere vollständige Sätze gesprochen haben. Die US-Sender NBC und CNN zitierten Reporterinnen, wonach Pike gesagt habe: "Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich platzen." Sie soll die Gefängnisbeamten anschließend sinngemäß gefragt haben, ob das normal sei.

Christa Pike hört nicht auf zu atmen

Gegen 20.05 Uhr habe Pike angefangen zu schnarchen. Der Vorhang sei erneut geschlossen worden, die Journalisten hätten das Schnarchen aber noch über ein im Raum befindliches Mikrofon hören können. Gegen 20.53 Uhr seien die Medienvertreter schließlich aufgefordert worden, zu gehen. Pike soll zu diesem Zeitpunkt immer noch geatmet haben.

Die Stunden danach lassen sich kaum rekonstruieren. Laut Medienberichten soll gegen 21.28 Uhr ein Krankenwagen das Gefängnisareal verlassen haben. Mutmaßlich wurde Pike in diesem Moment in eine Klinik gebracht. Einer ihrer Anwälte sagte der BBC, seine Mandantin erhalte dort "lebensrettende Maßnahmen". Zu ihrem Gesundheitszustand gab es keine Informationen.

Anwälte und Mutter des Mordopfers sind empört

Ihre Anwälte erklärten später laut NBC: "Heute Abend ist es dem Staat Tennessee erneut nicht gelungen, eine rechtmäßige Hinrichtung durchzuführen." Und der Geschäftsführer des Death Penalty Information Center, Robin M. Maher, bezeichnete den Vorfall als "einzigartig und beispiellos". Ihm sei kein Fall bekannt, in dem jemand nach der Verabreichung der Medikamente überlebt habe. "Dieses Ereignis ist das Schlimmste, das wir je gesehen haben, und unterscheidet sich von jeder anderen fehlgeschlagenen Hinrichtung in der modernen Ära", fügte er hinzu.

May Martinez, die Mutter des vor über 30 Jahren getöteten Opfers, die den Hinrichtungsversuch ebenfalls beobachtet hatte, zeigte sich in einem Interview mit NBC entsetzt. Es sei "ein einziges Chaos" gewesen, schimpfte sie. Und Tori Gessner, Reporterin bei WKRN, sagte: "Nichts an diesem Tag war normal, überhaupt nichts."

Hinrichtung von Christa Pike: Todesstrafe – Hinter den Kulissen tobt der Kampf ums Gift

Panne nach dem Oktoberfest: Wiesn-Besucher erbricht sich – 200.000 Euro Schaden

Richter sieht Mord als erwiesen an: Kind stirbt beim Zahnarzt – hartes Urteil

Gouverneur Bill Lee erklärte nach dem Vorfall, er habe eine "umfassende Untersuchung durch Dritte angeordnet, um genau festzustellen, was passiert ist". Das Justizministerium in Tennessee erklärte, man habe "jeden Schritt des rechtmäßigen, festgelegten und vom Generalstaatsanwalt genehmigten Hinrichtungsprotokolls des Staates befolgt". Sämtliche geplanten Hinrichtungen in dem US-Bundesstaat sollen bis Ende des Jahres ausgesetzt werden.

cnn.com: "Media witnesses recall what happened during Christa Pike’s failed execution" (englisch)

cnn.com: "Tennessee death row inmate Christa Pike still alive after failed state execution attempt, lawyers say" (englisch)

nashvillebanner.com: "Christa Pike survives botched lethal injection attempt" (englisch)

apnews.com: "Tennessee death row inmate Christa Pike still alive after failed state execution attempt, lawyers say" (englisch)

bbc.com: "US death row inmate survives execution attempt after two lethal injections" (englisch)

nbcnews.com: "‘It was a mess’: Tennessee fails to execute inmate after 2 lethal injections" (englisch)

wkrn.com: "Christa Pike still alive after 2 rounds of lethal injection drugs, witnesses say" (englisch)

Hinrichtungsversuch endet im Chaos "Das Schlimmste, das wir je gesehen haben"

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Dem US-Bundesstaat Tennessee gelang es nicht, die Mörderin Christa Pike hinzurichten. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen.

Bis zuletzt hatte Christa Pike gegen ihre Hinrichtung gekämpft. Doch als der Oberste US-Gerichtshof am Mittwochabend gegen 17.50 Uhr (Ortszeit) seine Entscheidung verkündete, platzten alle Hoffnungen: Die Tötung der 50-Jährigen mit Giftspritze war beschlossene Sache. Stunden später jedoch endete der Exekutionsversuch im Chaos – Pike atmete trotz zweier Giftspritzen weiter und ist offenbar noch immer am Leben. Beobachter sprechen von chaotischen Zuständen.

Die heute 50-Jährige soll 1995 eine Bekannte in Knoxville brutal gefoltert und ermordet haben. Ein Jahr später wurde sie deswegen zum Tode verurteilt – seit drei Jahrzehnten wartete sie auf die Vollstreckung. Es wäre die erste Hinrichtung einer Frau im US-Bundesstaat Tennessee seit über 200 Jahren gewesen.

Folter und Teufelssymbole: Diesen Mord gestand Christa Pike

Desaster bei Hinrichtung: Gouverneur zieht im Fall Christa Pike Konsequenzen

Journalisten beobachten Hinrichtungsversuch von Christa Pike

Medienvertreter gaben an, gegen 18.26 Uhr Zutritt zum Zeugenraum erhalten zu haben, wie das Medium "Nashville Banner" berichtete. Von dort konnten die Journalisten die Exekution mitverfolgen – ein übliches Vorgehen bei Hinrichtungen in den USA.

Pike hatte sich zuvor mit letzten Worten an die Öffentlichkeit gewandt. Beobachter beschrieben sie als auffällig gesprächig. "Ich werde diese Welt so verlassen, wie ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe: in Liebe", sagte sie laut Nachrichtenagentur AP. "Ich habe meinen Frieden gefunden, ich bin bereit, frei zu sein. Dies ist ein glücklicher Tag", zitierte der "Nashville Banner".

Rätselhafte Äußerung von Christa Pike

Dann überschlugen sich offenbar die Ereignisse, wie anwesende Journalisten schilderten. Um 19.46 Uhr sei ein Pfarrer, der Pike begleitet hatte, gebeten worden zu gehen. Mutmaßlich in diesen Minuten wurde ihr die erste Spritze verabreicht. Kurze Zeit später wurde ihr das Gift ein zweites Mal injiziert, berichtete der "Nashville Banner".

Im Verlauf der Prozedur soll Pike wach gewesen sein und mehrere vollständige Sätze gesprochen haben. Die US-Sender NBC und CNN zitierten Reporterinnen, wonach Pike gesagt habe: "Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich platzen." Sie soll die Gefängnisbeamten anschließend sinngemäß gefragt haben, ob das normal sei.

Christa Pike hört nicht auf zu atmen

Gegen 20.05 Uhr habe Pike angefangen zu schnarchen. Der Vorhang sei erneut geschlossen worden, die Journalisten hätten das Schnarchen aber noch über ein im Raum befindliches Mikrofon hören können. Gegen 20.53 Uhr seien die Medienvertreter schließlich aufgefordert worden, zu gehen. Pike soll zu diesem Zeitpunkt immer noch geatmet haben.

Die Stunden danach lassen sich kaum rekonstruieren. Laut Medienberichten soll gegen 21.28 Uhr ein Krankenwagen das Gefängnisareal verlassen haben. Mutmaßlich wurde Pike in diesem Moment in eine Klinik gebracht. Einer ihrer Anwälte sagte der BBC, seine Mandantin erhalte dort "lebensrettende Maßnahmen". Zu ihrem Gesundheitszustand gab es keine Informationen.

Anwälte und Mutter des Mordopfers sind empört

Ihre Anwälte erklärten später laut NBC: "Heute Abend ist es dem Staat Tennessee erneut nicht gelungen, eine rechtmäßige Hinrichtung durchzuführen." Und der Geschäftsführer des Death Penalty Information Center, Robin M. Maher, bezeichnete den Vorfall als "einzigartig und beispiellos". Ihm sei kein Fall bekannt, in dem jemand nach der Verabreichung der Medikamente überlebt habe. "Dieses Ereignis ist das Schlimmste, das wir je gesehen haben, und unterscheidet sich von jeder anderen fehlgeschlagenen Hinrichtung in der modernen Ära", fügte er hinzu.

May Martinez, die Mutter des vor über 30 Jahren getöteten Opfers, die den Hinrichtungsversuch ebenfalls beobachtet hatte, zeigte sich in einem Interview mit NBC entsetzt. Es sei "ein einziges Chaos" gewesen, schimpfte sie. Und Tori Gessner, Reporterin bei WKRN, sagte: "Nichts an diesem Tag war normal, überhaupt nichts."

Hinrichtung von Christa Pike: Todesstrafe – Hinter den Kulissen tobt der Kampf ums Gift

Panne nach dem Oktoberfest: Wiesn-Besucher erbricht sich – 200.000 Euro Schaden

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Gouverneur Bill Lee erklärte nach dem Vorfall, er habe eine "umfassende Untersuchung durch Dritte angeordnet, um genau festzustellen, was passiert ist". Das Justizministerium in Tennessee erklärte, man habe "jeden Schritt des rechtmäßigen, festgelegten und vom Generalstaatsanwalt genehmigten Hinrichtungsprotokolls des Staates befolgt". Sämtliche geplanten Hinrichtungen in dem US-Bundesstaat sollen bis Ende des Jahres ausgesetzt werden.

cnn.com: "Media witnesses recall what happened during Christa Pike’s failed execution" (englisch)

cnn.com: "Tennessee death row inmate Christa Pike still alive after failed state execution attempt, lawyers say" (englisch)

nashvillebanner.com: "Christa Pike survives botched lethal injection attempt" (englisch)

apnews.com: "Tennessee death row inmate Christa Pike still alive after failed state execution attempt, lawyers say" (englisch)

bbc.com: "US death row inmate survives execution attempt after two lethal injections" (englisch)

nbcnews.com: "‘It was a mess’: Tennessee fails to execute inmate after 2 lethal injections" (englisch)

wkrn.com: "Christa Pike still alive after 2 rounds of lethal injection drugs, witnesses say" (englisch)

Bildrechte: Leon Pollok

Quelle: t-online Panorama · Originalartikel

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