Seit knapp drei Jahrzehnten wartet die US-Amerikanerin Christa Pike auf ihre Hinrichtung. Ihr Opfer wurde keine 20 Jahre alt.
Hinrichtung von Christa Pike Die Polizei fand ein Schädelstück in ihrer Jacke
Seit knapp drei Jahrzehnten wartet die US-Amerikanerin Christa Pike auf ihre Hinrichtung. Ihr Opfer wurde keine 20 Jahre alt.
Nach fast 30 Jahren im Todestrakt sollte die Hinrichtung von Christa Pike am Mittwoch vollstreckt werden. Wie die Anwälte der 50-Jährigen kurz nach dem angesetzten Termin bekannt gaben, kam es dabei allerdings zu Komplikationen: Pike wurden zwei Giftspritzen verabreicht, trotzdem lebte sie weiter.
Nun soll sich die verurteilte Mörderin in einer Klinik befinden – Genaueres zu ihrem gesundheitlichen Zustand ist nicht bekannt.
Nach Jahrzehnten im Todestrakt: 77-Jähriger kommt vorerst frei
"Das Schlimmste, das wir je gesehen haben": Hinrichtungsversuch endet im Chaos
Schon davor war der Fall in den Schlagzeilen: Wie die Regierung von Tennessee auf ihrer Webseite schreibt, ist Pike die einzige Frau, die in dem Bundesstaat auf ihre Hinrichtung wartet. Laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide wurde in dem Bundesstaat eine Frau zuletzt 1819 hingerichtet.
Christa Pike wurde 1996 verurteilt, ein Jahr nach der Tat. Ein Gericht in Tennessee hatte sie des Mordes an einer Mitschülerin für schuldig befunden. Pike war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt, Colleen Slemmer – das Opfer – war 19 Jahre alt.
Pike soll Colleen Slemmer gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Tadaryl Shipp und einer weiteren Teenagerin in einen abgelegenen Bereich gelockt haben; dort folterten Pike und Shipp das Opfer, bevor Pike es tötete. Pike gestand die Tat damals. Auch heute streitet sie den Mord nicht ab.
Mord mit Cuttermesser und Asphaltbrocken
Die drei Täter hatten Slemmer in einem Ausbildungsprogramm in Tennessee kennengelernt. Wie US-Medien berichten, lebten die vier in demselben Wohnheim. Slemmer stammte aus Florida.
Kurz vor der Tat soll die 19-Jährige noch mit ihrer Mutter telefoniert haben. Wegen der schlechten Verbindung sei das Telefonat abgebrochen; als die Mutter Slemmer später wieder zu erreichen versuchte, soll die Teenagerin schon tot gewesen sein.
Nachdem die drei Täter Slemmer in ein Waldstück nahe dem Campus der University of Tennessee gelockt hatten, attackierten Pike und Shipp sie mit einem Cuttermesser. Es hieß, einer der Täter soll ihr ein Pentagramm in die Brust geschnitten haben. Gerade Letzteres sorgte für große Medienaufmerksamkeit: Das Symbol wird mit satanistischen Gruppen in Verbindung gebracht.
Mit einem großen Asphaltbrocken schlug Christa Pike wiederholt auf Colleen Slemmers Kopf ein, dabei brach ein Stück aus ihrem Schädel. Das Schädelstück wurde später in einer Jacke von Pike gefunden. Bevor die Polizei sie festnahm, soll sie es mindestens einer weiteren Person gezeigt haben.
Christa Pike: Mutter des Opfers bleibt unerbittlich
Kurzzeitig sah es so aus, als ob Christa Pikes Hinrichtung noch gestoppt würde: Ein Gericht hatte am Mittwoch entschieden, dass die Tötung von Pike aufgeschoben werden müsse. In der Begründung hieß es, es bestünden Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens.
Die Anwälte von Pike argumentierten, dass bei dem Urteil die Kindheit der heute 50-Jährigen nicht berücksichtigt worden sei. Pike habe jahrelang sexuelle und körperliche Gewalt erfahren. Wenige Stunden später hob das Oberste Gericht der USA diesen Aufschub auf.
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Die Mutter von Slemmer hatte 1996 nach dem Urteil gegen Pike den "Knoxville News" erklärt, dass das Urteil sofort vollstreckt werden solle. Auch in den Tagen vor der geplanten Hinrichtung zeigte sie sich unerbittlich: Sie erklärte im Gespräch mit der "New York Times": "Niemand kann mich jemals davon überzeugen, dass sie sich geändert hat." Die Aufmerksamkeit, die Pike jetzt in den Medien bekomme, mache sie wütend.
tn.gov: "Women on death row" (Englisch)
deathpenaltyinfo.org: "What to Know: Women and the Death Penalty" (Englisch)
nytimes.com: "After a Life in Isolation, a Tennessee Woman Waits for Her Execution" (Englisch)
apnews.com: "Tennessee prepares to execute a woman for a crime she committed at age 18" (Englisch)
bbc.com: "Killer Christa Pike to be executed within days – but her defence say she's a victim too" (Englisch)
Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
Hinrichtung von Christa Pike Die Polizei fand ein Schädelstück in ihrer Jacke
Seit knapp drei Jahrzehnten wartet die US-Amerikanerin Christa Pike auf ihre Hinrichtung. Ihr Opfer wurde keine 20 Jahre alt.
Nach fast 30 Jahren im Todestrakt sollte die Hinrichtung von Christa Pike am Mittwoch vollstreckt werden. Wie die Anwälte der 50-Jährigen kurz nach dem angesetzten Termin bekannt gaben, kam es dabei allerdings zu Komplikationen: Pike wurden zwei Giftspritzen verabreicht, trotzdem lebte sie weiter.
Nun soll sich die verurteilte Mörderin in einer Klinik befinden – Genaueres zu ihrem gesundheitlichen Zustand ist nicht bekannt.
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Schon davor war der Fall in den Schlagzeilen: Wie die Regierung von Tennessee auf ihrer Webseite schreibt, ist Pike die einzige Frau, die in dem Bundesstaat auf ihre Hinrichtung wartet. Laut der Forschungseinrichtung Cornell Center on the Death Penalty Worldwide wurde in dem Bundesstaat eine Frau zuletzt 1819 hingerichtet.
Christa Pike wurde 1996 verurteilt, ein Jahr nach der Tat. Ein Gericht in Tennessee hatte sie des Mordes an einer Mitschülerin für schuldig befunden. Pike war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt, Colleen Slemmer – das Opfer – war 19 Jahre alt.
Pike soll Colleen Slemmer gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Tadaryl Shipp und einer weiteren Teenagerin in einen abgelegenen Bereich gelockt haben; dort folterten Pike und Shipp das Opfer, bevor Pike es tötete. Pike gestand die Tat damals. Auch heute streitet sie den Mord nicht ab.
Mord mit Cuttermesser und Asphaltbrocken
Die drei Täter hatten Slemmer in einem Ausbildungsprogramm in Tennessee kennengelernt. Wie US-Medien berichten, lebten die vier in demselben Wohnheim. Slemmer stammte aus Florida.
Kurz vor der Tat soll die 19-Jährige noch mit ihrer Mutter telefoniert haben. Wegen der schlechten Verbindung sei das Telefonat abgebrochen; als die Mutter Slemmer später wieder zu erreichen versuchte, soll die Teenagerin schon tot gewesen sein.
Nachdem die drei Täter Slemmer in ein Waldstück nahe dem Campus der University of Tennessee gelockt hatten, attackierten Pike und Shipp sie mit einem Cuttermesser. Es hieß, einer der Täter soll ihr ein Pentagramm in die Brust geschnitten haben. Gerade Letzteres sorgte für große Medienaufmerksamkeit: Das Symbol wird mit satanistischen Gruppen in Verbindung gebracht.
Mit einem großen Asphaltbrocken schlug Christa Pike wiederholt auf Colleen Slemmers Kopf ein, dabei brach ein Stück aus ihrem Schädel. Das Schädelstück wurde später in einer Jacke von Pike gefunden. Bevor die Polizei sie festnahm, soll sie es mindestens einer weiteren Person gezeigt haben.
Christa Pike: Mutter des Opfers bleibt unerbittlich
Kurzzeitig sah es so aus, als ob Christa Pikes Hinrichtung noch gestoppt würde: Ein Gericht hatte am Mittwoch entschieden, dass die Tötung von Pike aufgeschoben werden müsse. In der Begründung hieß es, es bestünden Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens.
Die Anwälte von Pike argumentierten, dass bei dem Urteil die Kindheit der heute 50-Jährigen nicht berücksichtigt worden sei. Pike habe jahrelang sexuelle und körperliche Gewalt erfahren. Wenige Stunden später hob das Oberste Gericht der USA diesen Aufschub auf.
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Die Mutter von Slemmer hatte 1996 nach dem Urteil gegen Pike den "Knoxville News" erklärt, dass das Urteil sofort vollstreckt werden solle. Auch in den Tagen vor der geplanten Hinrichtung zeigte sie sich unerbittlich: Sie erklärte im Gespräch mit der "New York Times": "Niemand kann mich jemals davon überzeugen, dass sie sich geändert hat." Die Aufmerksamkeit, die Pike jetzt in den Medien bekomme, mache sie wütend.
tn.gov: "Women on death row" (Englisch)
deathpenaltyinfo.org: "What to Know: Women and the Death Penalty" (Englisch)
nytimes.com: "After a Life in Isolation, a Tennessee Woman Waits for Her Execution" (Englisch)
apnews.com: "Tennessee prepares to execute a woman for a crime she committed at age 18" (Englisch)
bbc.com: "Killer Christa Pike to be executed within days – but her defence say she's a victim too" (Englisch)
Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
Bildrechte: Konstantin Hitscher
Quelle: t-online Panorama · Originalartikel












